Workshops
Malerei & Zeichnung
Gezeichnet, gemalt, gefunden und geschenkt. In meinen Workshops gehen wir hingebungsvoll der Farbe und dem Wasser nach. Manche Spuren entstehen fast von selbst, aus dem Mut, aus dem Experiment. Immer wieder übernimmt das Wasser die Führung im Bild. Es zu steuern ist die Herausforderung. Dabei eine eigene Herangehensweise zu entwickeln und Zeichnung, Flächen, Formen und Farben zu vernetzen, wird unser Abenteuer. Wie verbinden sich Linie, Farbfläche und Wasser? Wieviel Zufall darf sein?
Ein wenig Historie…
Die Ink-Wash-Malerei – auf Chinesisch „水墨画“ (shuǐ mò huà), wörtlich „Wasser-Tusche-Malerei“ – ist eine der ältesten und zugleich feinsten Ausdrucksformen der ostasiatischen Kunst. Ihre Wurzeln liegen im alten China und reichen bis in die Tang-Dynastie (618–907 n. Chr.) zurück, als Tuschemalerei und Kalligraphie noch eng miteinander verbunden waren.
Philosophischer Hintergrund
- Rußtusche, hergestellt aus Kiefernholzruß und tierischem Leim, zu Blöcken gepresst
- Pinsel aus Tierhaaren (oft Ziegen-, Marder- oder Kaninchenhaar)
- Reispapier oder Seide als Bildträger
Die Tusche wurde mit Wasser in verschiedenen Konzentrationen angerührt, wodurch ein breites Spektrum an Grau- und Schwarztönen entstand.
Die Technik entwickelte sich im Kontext des Daoismus und Konfuzianismus, wurde jedoch besonders stark vom Zen-Buddhismus (Chan in China) geprägt. Die Malerei wurde nicht allein als Darstellung äußerer Formen verstanden, sondern als meditativer Prozess, bei dem die innere Haltung des Künstlers sichtbar wird. Ziel war es, nicht die naturgetreue Wiedergabe, sondern das „Wesen“ und den Geist des Motivs einzufangen.
Ursprünglich arbeiteten Künstler mit:
Frühe Ink-Wash-Arbeiten zeigten vor allem Landschaften (shanshui, „Berge und Wasser“), Bambus, Pflaumenblüten oder Tiere wie Kraniche und Fische. Diese Motive hatten oft symbolische Bedeutung – etwa für Ausdauer, Reinheit oder innere Stärke. Mit der Zeit verbreitete sich die Technik nach Korea (Sumukhwa) und Japan (Sumi-e), wo sie jeweils eigenständige Formen annahm.
Die Ink-Wash-Malerei prägte nicht nur die Malerei, sondern auch die Kalligrafie und die Dichtung. Viele Künstler waren zugleich Literaten, die Malerei, Schriftkunst und Poesie als untrennbare Einheit betrachteten. Bis heute gilt Ink-Wash als eine Kunstform, die Einfachheit, Stille und Achtsamkeit verkörpert – ein Dialog zwischen Pinsel, Tusche, Papier und dem Geist des Künstlers.
Jede Erstellung eines Bildes in der Technik Acrylic-Wash ist ein echtes Erlebnis.
Ich arbeite nicht mit Tusche, sondern mit Acrylfarbe – und viel Wasser.
Nie weiß man, wie das Bild am Ende aussehen wird.
Immer muss – oder darf? – man spontane Entscheidungen treffen.
Während des Prozesses bedarf es höchster Konzentration.
Genau das ist das Faszinierende.
Neugierig?

Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in den Workshops?
Es geht um blaue Acryl-Farbe und Wasser. Genauer: Um den Auftrag und die Trocknungszeit der Farbe – und der Möglichkeit, mit Wasser Einfluss auf das Gemalte zu nehmen. Es geht um einen schnellen Farbauftrag und die Lust am Experimentieren mit Wasser. Es geht um eine Schärfung der Wahrnehmung, die Entdeckung eines Könnens, das jenseits des Verstandes und von richtig und falsch liegt.
Wo und wie oft gibt es diesen Workshop?
Ich vermittele dies alles exklusiv in meinem Garten-Atelier in Herrsching am Ammersee an ein bis zwei Personen.
Welche Voraussetzung muss ich mitbringen?
Vor allem Aufgeschlossenheit! Lust am Experimentieren und auf Überraschungen sind das Wichtigste.Eine Motividee oder eine Vorlage erleichtert den Einstieg – muss aber nicht sein. In und vor meinem Atelier finden sich viele Motive.
Kleidung, die schmutzig werden darf, entlastet sehr!
Was kann ich nach dem Workshops?
Du kennst die Dimension der Farbe Blau in Verbindung mit Wasser. Du verstehst, was es bedeutet, Farbe satt aufzutragen – und dann teilweise wieder zu entfernen. So, dass Spuren genügen um ein Motiv entstehen zu lassen. Du weißt dann, wie man mit purem Wasser ohne und mit Pinsel malen kann. Du erkennst die Kraft einzelner Linien im Verhältnis zu großzügigen Farbflächen. Du komponierst dein Bild – und verstehst dadurch wie die Bildkomposition entsteht. Und wie du sie auch wieder verändern kannst. Bis es passt. Aber vor allem: Es hat dir Freude gemacht und du hattest eine gute Zeit mit dir selbst!