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Liebe Kunstfreunde und Kunstinteressierte,

heute zeige ich euch einfach mal gleich zu Beginn meine neuen Bilder. Die Farbe ist noch nicht ganz trocken - naja, das ist ein wenig geschummelt - aber sie sind wirklich noch ganz frisch.
Lichtung, Acryl auf Papierwand, 120 x 95 cm
Gegenstrom, Teil 1 und 2, 80 x 50 cm
Gegenstrom, Teil 3 und 4, 80 x 50 cm
Gegenstrom, Teil 5 und 6, 80 x 50 cm
Gegenstrom, 150 x 80 cm, Acryl auf Leinwand -> Gesamtansicht des 6-teiligen Werks
Nun hängen sie erstmal in unserer Wohnung und umgeben uns.

Wie ist das mit mir und der Kunst?

Es gibt viele Gründe, aus denen Menschen zu Künstlern werden. Manche verarbeiten damit, was sie nicht loslässt. Andere suchen den Zustand, in dem die Zeit verschwindet. Nicht Ablenkung, sondern echte Versenkung. Wieder andere wollen Spuren hinterlassen — etwas, das bleibt, wenn sie selbst nicht mehr da sind.


Und dann gibt es die Gründe, die man nicht so laut sagt. Die Anerkennung, die man sich erhofft. Das Gefühl, zu einer Welt zu gehören, die einen besonderen Blick auf die Dinge hat. Die Identität, die das Wort "Künstlerin" mitbringt. Den Traum von Freiheit — kein Chef, keine festen Zeiten, nur die Arbeit und ich. Auch das gehört dazu.

Für mich ist es vor allem das:

Ich bin eine Art Resonanzkörper. Ich nehme auf - auch das, was sich (noch) nicht in Worte fassen lässt und gebe es zurück — in Schichten, in Farbe, in Form. Bilder zu malen ist für mich wie eine Sprache, die ich im Moment des Entstehens selbst noch nicht verstehe. Erst im Rückblick erkenne ich, was sich da ausgedrückt hat. Mein Handwerkszeug (Material, technisches Können, Intuition, Analyse, künstlerisches Verständnis) dafür ist wie ein Alphabet, mit dem ich Worte bilden kann - aber der ganze Inhalt der entstandenen Sätze wird mir erst später klar. Manchmal erst Jahre später.

Die Arbeiten, die ich euch hier zeige, sind in genau solch einem Prozess. Ich bin gespannt, was ihr darin seht — und was sie bei euch auslösen.

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NIE

geht es mir um eine exakte Wiedergabe. Deshalb male ich abstrakt oder semiabstrakt. Und rücke dennoch das, was mich berührt, in den Fokus. Das kann eine Haltung, ein Gefühl, ein Ausdruck, eine bestimmte Situation sein. Und Zwischenzustände. Atmosphären und Momente, die jeder kennt und die sich trotzdem entziehen — wie zum Beispiel das Zögern vor einem Schritt, lähmende Ungewissheit, Vertrautheit, vorsichtige Zuversicht, Entschlossenheit, das Durchatmen nach einer Herausforderung oder oder...

Während des Malens spüre ich in mich hinein — und spiegele gleichzeitig, was ich aus der Welt aufgenommen habe. Die Bilder, die dann entstehen, bieten Spielraum. Sind offen. Für Interpretation und eigene Gedanken.

Inzwischen setze ich mich seit 13 Jahren mit Malerei, Grafik und Objekten auseinander. Und ich lerne immer noch — das ist das Einzige, was sich nicht ändert.

Und wozu das Ganze?

Natürlich könnte es reichen, diesen Prozess einfach zu genießen — und die Bilder nur für mich zu malen.


Tut es aber nicht.


Ausstellen und verkaufen? Gibt Wertschätzung und die Voraussetzung dafür, weiterzumachen. Ein verkauftes Bild bedeutet auch: es hängt bei jemanden, dem es etwas gibt. Und es lebt weiter.

Aber hier der eigentliche Grund für mich.

Das Zeigen, das Ausstellen, das Verkaufen ist die Vollendung dessen, was ich im Atelier beginne. Der Kreis schließt sich erst, wenn jemand anderes vor dem Bild steht und etwas fühlt, das er vorher nicht benennen konnte. Ich bin Resonanzkörper. Ich nehme auf und gebe zurück. Aber zurückgeben ohne Empfänger — das ist kein Resonanzkörper. Das ist ein Instrument, das in der Ecke steht. Ich will den Kreis schließen. Und dazu braucht es mindestens zwei. Gerne auch mehrere.

Assoziationen von Besuchern anlässlich der ART Haidhausen 2025

Allez hop! 2026

Einige von euch erinnern sich vielleicht an die gemeinsame Ausstellung von Isabelle Chrétien-Brocker und mir in der Orangerie im letzten Jahr. Sie hieß Allez hop!
Auch hier ging es um Begegnung. Begegnung als Künstlerinnen und in der Ausstellung dann mit Besuchern. Ein Anliegen unseres Projekts war aber auch, die "Kunst vom Sockel zu holen" und berührter zu machen - wortwörtlich zugänglicher zu machen: Besucher traten barfuß auf die Gemäldebahn und konnten sozusagen in Kunst spüren und in sie "eintauchen". Wir fotografierten sie dabei und gaben das Ergebnis den Besuchern als Andenken mit. Für uns und die Besucher war es besonders. So besonders, dass wir mit dieser Grundidee weitermachen.
Besucherin der Ausstellung Allez hop! in der Orangerie am Englischen Garten 2025
Aktuell arbeiten wir also an der Fortsetzung unseres Projekts! Ich habe dafür Isabelle in Südfrankreich besucht. Wir waren dort sehr produktiv. Allez hop! bleibt als Motto und Titel - es dient auch uns um mit guter Energie immer wieder loszulegen. Nicht lange nachdenken - einfach tun!
Grundiertes Leinentuch im Wind
Bemalte Tücher im Sonnenuntergang
Diesmal wird es - auch - mit Wasser zu tun haben. In München wollen wir mit unserer Kunstaktion ins Freie gehen...
Moritz, Meister im Liegen
Wieder haben wir auf große Leinentücher gemalt - jede für sich. In Herrsching bringen wir bald unsere Arbeiten zusammen. Es soll wieder ein gemeinsames Werk entstehen. Unsere Kunstaktion ist für August geplant - mehr dazu in Kürze.
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Ausstellung in Obersendling
Vernissage am Samstag, 20. Juni um 17.00 Uhr

Bilder...

Anders als der Flyer-Text ankündigt, zeige ich ausschließlich Bilder aus den vergangenen Jahren.

Die Ausstellung der Werke der beiden anderen Künstler läuft bereits eine Weile, bei mir ist die Vernissage am 20. Juni tatsächlich der Ausstellungs-Start und meine Bilder sind dann bis im nächsten Jahr zu sehen. Die sehr sympathische Praxis ist Montag bis Freitag geöffnet und die Bilder im Foyer und in den Gängen sind frei zugänglich. Hier die Webseite der Praxis.
Ich freue mich sehr auf die Vernissage und die Ausstellung in den großzügigen Praxisräumen. Ganz herzlichen Dank an Frau Dr. Görtz für diese Möglichkeit!

Und natürlich freue ich mich auf euren Besuch anlässlich der Vernissage am 20. Juni um 17.00 Uhr!

Und sonst?
Was gibts Neues?

Hommage an Christo


In 2016 durfte ich Christos letzte große Kunstaktion am Iseo-See erleben - die Floating Piers. Das hat mich nachhaltig tief beeindruckt.

Nicht viele Künstler sind in der Lage, solch riesige Kunstprojekte umzusetzen. In finanzieller, technischer und künstlerischer Hinsicht.

Nun hat ein großer Künstler eine Hommage an Christo gewagt. JR - ein französischer Fotograf und Streetart-Künstler, in Paris geboren, verhüllt die berühmte Pont Neuf in Paris.

Mit seiner Installation „La Caverne du Pont Neuf" wird sie zu einer begehbaren Höhle. Das Werk ist 120 Meter lang und bis zu 18 Meter hoch – für seine Realisierung wurden 19.000 m² Leinwand !!! mit 20.000 m³ Luft aufgeblasen, und insgesamt 800 Personen waren beteiligt.

Die Hommage an Christo und Jeanne-Claudes ehrt deren historische Einpackung der Pont Neuf von 1985, ihr 40-jähriges Jubiläum wird damit gefeiert.

Der Klang im Inneren wurde von Thomas Bangalter, dem ehemaligen Daft-Punk-Mitglied, gestaltet. Die Installation ist vom 6. bis 28. Juni 2026 kostenlos zugänglich, rund um die Uhr. Weitere Infos


La Caverne du Pont Neuf, Day 1, May 21, 2026. © Atelier JR
https://frankreich-webazine.de/pont-neuf-paris-jr-kunstler-ehrt-christo/
Christo et Jeanne-Claude à The Pont Neuf Wrapped, Paris, 1985. Photo : Wolfgang Volz © 1985 Christo and Jeanne-Claude Foundation

Bis bald - viel Freude und Allez hop!

Herzlichst, Edith

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Edith Steiner Kunst
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